Schweinehaltung Bunte Bentheimer
Bunte Bentheimer Drucken E-Mail
Geschrieben von: Andrea Fasch   
Montag, 02. Februar 2009 um 17:27 Uhr

Schweine in der SonneBunte Bentheimer
Vor ein paar Jahren bin ich durch die Idee des  Rasseerhalt über die "Bunten Bentheimer" gestolpert. Es handelt sich um eine Schweinerasse, die im Münsterland verbreitet war und die in den 1950er Jahren fast schon einem modernen Schwein ähnelte. Das bedeutet, das die Schweine einen geringeren Fettanteil haben, als es die Landrassen zu dieser Zeit hatten. Ein einziger Züchter konnte sich nicht von seinen Tieren trennen und erhielt allen Widrigkeiten zum Trotz diese Rasse - ein wirklicher Glücksfall für uns! Denn im Gegensatz zu vielen anderen Schweinerassen sind die Bentheimer einfach "etwas Besonderes".
Ein idealer Fettaufbau im Tierkörper bildet eine herrliche Marmorierung in den Muskelpartien. Dieses Fleisch ist einfach nicht "trockenzukriegen". Daher hat es beste Lagerfähigkeit - z.B. ist die Qualität von langsam aufgetautem Fleisch dieser Tiere nicht von Frischfleisch zu unterscheiden.
Jedoch sind Bentheimer nicht nur lecker, sie sind auch sehr freundliche Vertreter ihrer Art - ausgeglichen, neugierig, Stresstollerarnt und sehr gesund, wenn man sie richtig und artgerecht hält. Sie kommen freudig zum Kraulen, folgen brav wenn man mit ihnen zur Weide geht, sie sind umgänglich mit ihren Kollegen. Kannibalismus und Verhaltensprobleme kennen meine Schweine nicht.
Jupp und Otto
Meine ersten eigenen Schweine
Die ersten Bentheimer bekam ich von einem Bekannten, der diese Tiere mit vielen Problemen aus Deutschland nach Belgien importierte. Er hatte hohe Auflagen zu erfüllen und ich vermute, hätte er das alles vorher gewusst, er hätte es bleibengelassen. So jedenfalls habe ich das Glück gehabt, die ersten beiden Schweinebuben von ihm kaufen zu können.

 

Die Idee der "Bunten Bentheimer" wächstZuchtsau kurz vor der Geburt
Inzwischen haben noch andere Sauenhalter hier weibliche Tiere übernommen, so das ich meine Ferkel inzwischen in Ruhe vorbestellen kann - auch damit die Züchter ihren Absatz planen können.
Wir sind uns über die Schweinehaltung einig, so können die Sauen bis zum Abferkeln draußen herumlaufen. Sie leben in arttypischer "Weiberwirtschaft" denn Schweine leben eigentlich nicht paarweise, sondern in Sauenrotten. Eber begegnen der Truppe nur zur Rauschzeit, decken die Sauen und verbringen den Rest des Jahres als Einzelgänger.
Die Ferkel wachsen in dieser Familiengruppe heran und werden erst mit ca. 25-30kg von der Mutter getrennt. Sie sind dann eigenständig und ziehen mit Wurfgeschwistern zu mir um. Nachts haben sie 2 Boxen von 4x7m im Stall in denen je drei Ferkel leben, tagsüber sind sie draußen auf eingezäunten Weideflächen, die alle paar Wochen gewechselt werden. Auf der Weide gibt es ständig Trinkwasser, Schattenflächen, Ruhehäuser und eine Suhle.

Warum keine BIO-Schweine?Essen Fassen!
Meine Schweine werden nicht nach Biorichtlinien gehalten. Es ist mir nach derzeit geltender Bioverordnung nicht möglich, die Tiere mit dem erhältlichen Biofutter artgerecht zu ernähren. Das liegt daran, das es im Moment nicht möglich ist, dem Allesfresser Schwein tierische Produkte zu verfüttern, es ist gezwungen, sich rein pflanzlich zu ernähren. Nur kann seine Verdauung pflanzliche Stoffe nicht so aufschließen und verwerten - es entsteht eine Mangelernährung. Außerhalb des Biosektors kann man mit Zusatzstoffen diesen Mangel beheben, nach Biorichtlinien ist dies leider nicht möglich.
Mir ist es jedoch wichtiger, das die Tiere zeitlebens bestmögliche Bedingungen vorfinden um sich gesund entwickeln zu können und nicht zu erkranken. Sie können also bei mir keine Bio-Schweine erhalten.

Sie möchten auch ein "eigenes Schwein" bei mir?
Wichtig zu wissen: meine räumlichen Möglichkeiten lassen keine Haltung von mehr als 6 Schweinen zu. Wenn sie an einem meiner Tiere interessiert sind, bitte ich sie, sich schnellstmöglich zu melden und ihr Tier zu reservieren.

Wie es mit den Schweinen dann weitergeht
Nachdem die Ferkel im zeitigen Frühjahr geboren wurden, und ab April hier leben, werden sie im Spätherbst ungefähr 130kg wiegen. Sie sind vom handgroßen Ferkelchen in 9 Monaten auf ca. 1,50 Länge herangewachsen und haben das Schlachtgewicht. Die Tiere werden dann so stressfrei als möglich geschlachtet - was bei meinen menschengewohnten Schweinen kein Problem darstellt. Danach erfolgt die Veterinärkontrolle, die Schlachtkörper werden zerlegt, es wird Wurst, Speck, Schinken... gemacht und sie können ihre Fleischpakete so abholen, wie sie bestellt haben.

Besuch "dein" Schwein!Knuddelstündchen
Wenn sie ihr Schwein besuchen möchten ist dies wie bei allen Tieren möglich - ich möchte aber ganz besonders darauf hinweisen, das die Schweinehaltung mit hohen Auflagen zum Seuchenschutz belegt ist. Im Interesse der Tiere muss jede Fütterung von ihrer Seite absolut unterbleiben. Bitte bringen sie daher keinerlei Futter oder Küchenreste mit. Gesunde Leckerchen habe ich hier am Hof und stelle diese gerne zur Verfügung, wenn ihre Kinder füttern möchten.
Manchmal kann es erforderlich sein, Menschen von außerhalb den direkten Zugang zu den Tieren zu verbieten - z.B. wenn es einen Schweinepestfall im Wildschweinbestand gegeben hat. Die Krankheitserreger werden leider auch durch Autoreifen und Schuhwerk verbreitet - wo sie sich diese vielleicht beim Waldspaziergang mitgebracht haben - um die Schweine dann wirkungsvoll vor Krankheiten zu schützen ist "Ansehen" möglich aber leider zu dieser Zeit kein direkter Kontakt.

 
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